Halt doch bitte die Klappe

Kannst Du bitte mal die Klappe halten?

Hast Du das auch schon gehört? In einem Moment, indem Du es besonders gut gemeint hast. Du wolltest ja nur helfen und vielleicht, oder gar wahrscheinlich hattest Du recht. Denn der Blick von außen auf eine Geschichte bietet andere Einblicke auf das Geschehen, als die Innensicht.

Auch schon rein gelaufen!

Mir ist das im Laufe meines Lebens schon das ein oder andere Mal so ergangen. Trotzdem hatte mein Gegenüber immer recht, mit dieser Zurechtweisung. Jeder Mensch braucht in Notsituationen, egal ob es sich um körperliche Probleme oder seelische Krisen handelt erst einmal nur einen Zuhörer. Jemanden der den Kummer mitträgt und in erträgt. Der Wut und Enttäuschung nicht kleinredet und schnell mal sagt „das wird schon wieder“. In diesen Momenten im Leben ist es ein Eiertanz, die Balance zwischen all den Möglichkeiten zu finden.

Was hilft

Mitgehen, wenn sich die schwarzen Löcher der Verzweiflung auftun. Fühlen wie der Sturm der Wut losbricht, Frust und Ärger sich Bahn brechen. Tiefe Trauer aushalten und den dichten Raum der Gefühle nicht panikartig verlassen oder mit guten Worten glatt bügeln wie die zerknitterte Bluse mit viel Dampf.

Gleichzeitig, offen sein für den Moment, indem es gelingen kann einen Lachanfall zu produzieren im Anblick unserer beschränkten Möglichkeiten das Leben, unser Leben wirklich zu lenken oder gar zu kontrollieren.

Keine Kontrolle, keine Macht, nichts hast Du! Klick um zu Tweeten

Nichts, nur Dein offenes Herz hast Du in so einem Moment. Verschließe es nicht mach es weit und weiter. Es ist ganz natürlich, dass Du helfen willst und eine Verbesserung der Situation haben willst. Es ist verständlich, dass die Kräfte nachlassen, wenn sich nichts ändert und das ist es, was für Begleiter so schwer auszuhalten ist, wenn Menschen chronisch krank sind.

Es muss doch eine Lösung geben, es muss …

Kannst Du dir vorstellen, wie das für den betroffenen Menschen ist? Es braucht tiefe Beziehungen und großes Vertrauen in das Können von Therapeuten und Ärzten, die eine Tür öffnen. Eine Tür in Richtung Veränderung und Anpassung. Damit Schritt für Schritt Heilung passieren kann. Dieses Vertrauen ist die halbe Miete und niemand darf es untergraben. Sobald ein Mensch eine Entscheidung getroffen hat und einen bestimmten Weg einschlägt, sollten wir ihn unterstützen und damit helfen, dass er diesen Weg gehen kann.

Veränderung braucht es, weil das alte System zum Systemabsturz geführt hat. Welche Bits und Bytes es waren und welches neu installierte Programm letztendlich den Crash ausgelöst hat weiß am Ende niemand mehr. Oft hilft da leider nur noch ein kompletter Neustart. Dieser Neustart frisst Zeit und Nerven und doch fühlt es sich gut an. Nachdem alle Probleme behoben sind, kann es sein, dass das alte Programme nicht mehr laufen und die Disk aus dem letzten Jahrhundert nun endlich in der Tonne landet. Wann dieser Schritt gemacht wird, liegt alleine beim betroffenen Menschen.

Manchmal schubst uns das Schicksal aus einem alten Mechanismus, damit wir uns an die neuen Gegebenheiten heranwagen. Immer gilt der Satz, „Heilung ist möglich, aber nicht machbar“, die Hingabe an dieses „nicht machbar“, trägt den Schlüssel der Lösung in sich.

In dem Moment, in dem ein Mensch sich entscheidet zu leben, ist er bereit alles, was damit verbunden ist, zu tragen. Bewusst oder unbewusst, meine Aufgabe dabei als Begleiter, ist einverstanden sein. Dann öffnet sich ein Raum, in dem alles möglich ist, alles wirklich alles.

 

Und vergiss nicht:

ES IST EINFACHER ALS DU GLAUBST,
UND TIEFGREIFENDER ALS DU DENKST!

 

Dein heilsamer Raum kann hier sein:

 

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