Wenn die Mitte aus dem Gleichgewicht gerät

Wenn die Mitte aus dem Gleichgewicht gerät – 5 Ursachen für Verdauungsprobleme, Erschöpfung und innere Unruhe

Kennst du das Gefühl, wenn du dich aufgebläht, müde oder irgendwie „neben dir“ fühlst, ohne dass du genau benennen kannst, warum? Als würde deine innere Mitte, die dich sonst trägt, schwächeln?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist diese Mitte mehr als nur ein Ort im Körper, sie ist das Zentrum deiner Kraft. Gemeint ist vor allem der Funktionskreis Milz-Magen, der dafür zuständig ist, Nahrung in Energie umzuwandeln. Aus moderner Sicht geht es um unsere Verdauung und alle damit verbundenen Abläufe. Wenn unsere Mitte aus dem Gleichgewicht gerät, zeigen sich vielfältige Symptome, zum Beispiel: Verdauungsprobleme, Erschöpfung, schlechte Konzentration, oder Gefühle von Angst, diffuse Schmerzen.

Doch was bringt unsere Mitte aus dem Lot? Welche unsichtbaren Saboteure schwächen unsere Verdauungskraft, sowohl aus Sicht der westlichen Medizin als auch der TCM?

Hier kommen fünf häufig übersehene Ursachen:

Inhaltsübersicht

1. Unpassende Ernährung, wenn „gesund“ nicht gut tut

Was auf dem Teller liegt, beeinflusst direkt deine Verdauungskraft. Aus TCM-Sicht belasten zu viele kalte, rohe Lebensmittel unsere Mitte. Die integrative Ernährung nach TCM hat heute noch mehr Dinge im Blick, denn die modernen stark verarbeitete Speisen, zu viel Süßes und auch Alkohol belasten die Mitte und damit unsere Verdauung sehr. Leider spielen in meiner Praxisarbeit auch fermentierbare Zuckerstoffe (FODMAPs) immer wieder eine Rolle, diese können bei einer Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) zu starken Beschwerden führen.

Viele vermeintlich „gesunde“ Lebensmittel wie rohes Müsli oder Obst können dann genau das Gegenteil bewirken: Sie nähren die falschen Bakterien am falschen Ort und führen zu Blähungen, Krämpfen und Brain Fog.

Impuls: Achte täglich auf warmes, gut bekömmliches Essen, wie gekochtes Gemüse, Suppen oder Reisgerichte. Deine Mitte liebt es sanft!

2. Chronischer Stress der stille Energieräuber

In der Hektik des Alltags läuft unser Nervensystem oft im Dauer-Alarmmodus. Was das mit deiner Verdauung zu tun hat? Eine ganze Menge! Wenn der Körper im „Flucht- oder Kampfmodus“ ist, werden Verdauungsprozesse zurückgefahren der Vagusnerv, der als Hüter der Ruhe die Verdauung steuert, wird gehemmt.

In der TCM schwächt Stress besonders die Milz-Qi-Energie. Vielleicht hast du schon mal davon gehört, dass die Leber (hier sind Ärger und Stress „zuhause“) die Mitte attackiert. Das äußert sich zum Beispiel in Symptomen wie Blähbauch, Heißhunger oder geistiger Unruhe. Dein System kann dann Nahrung nicht mehr optimal verwerten, weder körperlich noch emotional.

Impuls: Schaffe täglich kleine Oasen der Ruhe. Schon wenige bewusste Atemzüge oder ein kurzer Spaziergang können deine Mitte stärken.

3. Langfristige Medikamenteneinnahme, ein unterschätzter Einfluss

Ob Magensäureblocker, Schmerzmittel, Antibiotika oder Zytostatika, viele Medikamente greifen direkt oder indirekt in das empfindliche Ökosystem deines Darms ein. Sie können die natürliche Schutzbarriere schwächen, die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen und so Verdauungsbeschwerden, Nährstoffmängel oder eine geschwächte Immunabwehr begünstigen. Auch “natürliche” Medikamente, also pflanzliche Arzneimittel haben eine Wirkung und können bei langfristiger Einnahme die Darmflora beeinflussen. 

Aus Sicht der TCM gelten Medikamente – je nach Wirkung – als „kalte“, „heiße“ oder sogar „toxische“ Einflüsse. Werden sie über längere Zeit eingenommen, können sie das Milz-Qi schwächen vor allem dann, wenn keine ausgleichende Unterstützung erfolgt.

Natürlich sind viele dieser möglichen Nebenwirkungen bekannt und im Beipackzettel aufgeführt. Und ja manchmal ist der Einsatz von Medikamenten schlicht notwendig, um akute Schmerzen zu lindern oder Infektionen zu bekämpfen. Es geht nicht darum, notwendige Therapien zu verteufeln. Was jedoch häufig zu kurz kommt, ist der nächste Schritt: die bewusste Wiederherstellung der inneren Balance.

Ein achtsamer Umgang mit deiner Mitte bedeutet in diesem Fall, das Mikrobiom, also deine Darmflora, gezielt zu regenerieren und mit einer individuell verträglichen, nährenden Ernährung wieder aufzubauen. So kann der Körper Kraft schöpfen, sich regulieren und nachhaltig wieder ins Gleichgewicht finden.

Impuls: Falls du regelmäßig Medikamente nimmst, lohnt sich ein ganzheitlicher Blick auf deren Wirkung. Eine begleitete Darmsanierung kann helfen, die Balance wiederherzustellen.

4. Unerkannte Grunderkrankungen, wenn der Darm nicht die Wurzel ist

Manchmal liegt die Ursache der Verdauungsprobleme nicht im Verdauungstrakt selbst. Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Endometriose können den Darm indirekt belasten etwa durch verlangsamte Bewegungen oder mechanische Einschränkungen.

Ein schwaches Verdauungsfeuer ist eine funktionelle Beschreibung aus Sicht der TCM, die diesen Zustand beschreibt. So bilden der Funktionskreis Niere und die Schilddrüse einen Bezugsrahmen, wenn es um diese Art von Einflüssen geht. Es fehlt an Bewegung und Kraft, die Verdauung zu „befeuern“, in meinen Vorträgen gehe ich häufig auf dieses Thema ein, dass auch viele Frauen in und nach den Wechseljahren kennen.

Die TCM betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und erinnert uns daran, dass Beschwerden oft dort auftauchen, wo der Körper am verletzlichsten ist, nicht unbedingt dort, wo die eigentliche Ursache liegt.

Impuls: Vertraue deinem Körpergefühl. Wenn die Standard-Diagnosen nicht weiterhelfen, lohnt es sich, mit ganzheitlicher Begleitung tiefer zu schauen.

Eine starke Mitte entsteht nicht durch Druck, sondern vor allem durch Zuwendung.

5. Präbiotika ohne Plan – wenn gut gemeint, nicht gut gemacht ist

Präbiotika gelten oft als wahre Wundermittel für den Darm. Präbiotika sind vereinfacht gesagt “Futter” für dein Mikrobiom. Doch Vorsicht: Wenn das mikrobielle Gleichgewicht gestört ist, etwa durch eine Fehlbesiedlung im Dünn- oder Dickdarm, können sie manchmal mehr schaden als nützen. Denn dann fütterst du genau die Bakterien, die sich am falschen Ort ausgebreitet haben. Die Folge: vermehrte Gärung, Blähungen, Schmerzen oder mentale Probleme.

In solchen Fällen ist eine sanfte, aber gezielte Vorgehensweise gefragt. Eine stufenweise, fachlich fundierte Begleitung bildet die Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung. Dazu gehört auch eine gute Vorbereitung etwa die Unterstützung der Funktionskreise Leber und Niere, wie sie in der TCM betont wird. Ebenso wichtig ist es, belastende Faktoren zu reduzieren: unpassende Ernährung, ein aus dem Gleichgewicht geratenes Mikrobiom oder auch mögliche Parasiten, die unsere Mitte schwächen können.

Erst wenn die Basis geklärt und gestärkt ist, beginnt der eigentliche Aufbauprozess individuell abgestimmt, nährend und regulierend.

Deshalb lohnt es sich, bei anhaltendem Bauchgefühl von „etwas stimmt hier nicht“ ganzheitlich hinzuschauen und professionelle Begleitung in Anspruch zu nehmen. Bereits seit 2017 arbeite ich mit einem erfahrenen Team von Ärztinnen zusammen, so habe ich eine kompetente Anlaufstelle, wenn eine einfache Ernährungsumstellung nicht mehr ausreicht, hier sind wirklich Spezialistinnen am Werk. Für mich ist das ein großes Geschenk, denn nicht jede Panikattacke hat ihren Ursprung im Kopf. Manchmal ist es die geschwächte Mitte, die aus dem Gleichgewicht geraten ist und über die Seele um Aufmerksamkeit für den Körper bittet.

Die Verbindung von modernem Wissen und integrativer Ernährung ist für mich ein wunderbarer Weg fit und gesund zu bleiben, wir können viel mehr als gedacht, für uns tun, mit dem richtigen Vorgehen kann die Mitte wieder zur Kraftquelle werden.

Impuls: Lass dich beraten, bevor du „auf gut Glück“ zu Nahrungsergänzungsmitteln greifst. Manchmal braucht dein Darm zuerst einen sanften Reset, bevor er Neues aufnehmen kann.

Fazit: Deine Mitte ist wertvoll schütze sie achtsam

Ein gutes Bauchgefühl finden

Eine starke Mitte schenkt dir Lebensfreude, Energie und innere Stabilität. Wenn du das Gefühl hast, dass sie aus dem Gleichgewicht geraten ist, nimm das als liebevolle Einladung zur Zuwendung nicht als Makel.

Im nächsten Beitrag schauen wir uns an, wie du deine Mitte wieder aufbauen kannst. Schritt für Schritt, achtsam und kraftvoll.

Bis dahin: Lausche deiner inneren Körperweisheit. Sie kennt den Weg.

Möchtest du deine Mitte ganzheitlich stärken?

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