Bild mit pastellfarbigem Nebel, wie Wolken

Was kann Stress oder Angst für uns tun? ​

Inhaltsübersicht:

Wie viele Menschen kennst du, die mit diesem komplexen Thema vertraut sind?

Nicht selten, zeigt sich das Ungemach über körperliche Symptome. Erhöhter Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Bauchschmerzen, Ohrensausen und weitere Probleme aller Couleur.

Es lohnt sich dieses Thema in Bezug auf den Ursprung dieser Abläufe, die eine körperliche oder seelische Ursache haben können, genauer zu betrachten. Denn aus meiner Sicht, sind Dinge, die wir verstehen viel einfacher zu meistern, als wenn wir im Dunkeln herumtappen und wir uns ausgeliefert und hilflos fühlen.

Dies ist der erste Beitrag einer Reihe und ich freue mich, wenn ich dich damit unterstützen kann.

Was kann Stress oder Angst für uns tun? ​

Wie geht es dir, wenn du diese Überschrift liest?

Denken wir an Gefühle, die sich wie Angst, Wut oder Trauer anfühlen, empfinden wir beinahe automatisch Stress. Dabei sind Gefühle, auch wenn wir sie auf den ersten Blick eher schwer als leicht betrachten, eine feine Möglichkeit uns selbst viel besser zu verstehen und mit mehr Milde und Achtsamkeit zu betrachten.

In diesem Blogbeitrag geht es darum, was Stress ist und welche körperlichen und seelischen Abläufe du wahrnehmen kannst, wenn dein System – Körper, Geist und Seele eine herausfordernde Situation meistern müssen.

Macht Stress einen Sinn?

Wird es im Leben ungemütlich, reagieren wir mit Stress. Aber was ist Stress eigentlich?

Stress ist eine Reaktion auf eine gefährliche oder herausfordernde Situation. In erster Linie eine körperliche, von der Natur gut durchdachte Abfolge von körperlichen Reaktionen, die dir helfen

Wenn du dich in einer Gefahrensituation befindest.

Ein kurzes Beispiel

Im Beispiel beschreibe ich eine Situation, in der diese Art von kluger und in jedem Menschen vorhandener Kompetenz wichtig und sinnvoll ist.

Du stehst mitten auf dem Zebrastreifen und Du merkst aus dem Augenwinkel, ein Autofahrer ist abgelenkt, er daddelt am Handy rum und sieht nicht, dass du vor ihm auf der Straße stehst.

In Sekundenbruchteilen reagierst du und versuchst von der Straße zu kommen. Du rennst los, ohne darüber lange nachzudenken und erreichst die andere Straßenseite. Du bist vielleicht auch ein bisschen erschüttert oder ärgerlich über die Unachtsamkeit, die dir da eben begegnet ist.

Dein erhöhter Herzschlag wird wieder ruhiger, du holst tief Luft und bist erstaunt wieviel Kraft und Schnelligkeit in deinen Beinen steckt. Auch, dass du, ohne zu stolpern über den Bordstein gehüpft bist, fällt dir erst jetzt auf.

Die Natur hat sich etwas dabei gedacht

Hinter dieser Reihe von Abläufen steckt ein kluges Körpersystem. Stresshormone und Botenstoffe sorgen dafür, dass sich deine Aufmerksamkeit und Konzentration deutlich erhöht.

Das Nervensystem, regt Herztätigkeit und Sauerstoffversorgung an. Die Muskelspannung und Leistungsfähigkeit wir deutlich erhöht und alle Sinne sind geschärft, Hören, Sehen und Wahrnehmung reagieren auf Höchstniveau. Das mag kurz vor dem Start in einen 100 Meter Sprint auch ein gewisser Kick sein.

Im Alltag empfinden wir diese Empfindungen eher unangenehm, bis sehr belastend. Vor allem, wenn der konkrete Auslöser fehlt oder wir durch eine längerfristige Belastung oder wie für mich persönlich, durch eine Erkrankung immer wieder diese Erfahrung machen, dass wir uns nicht sicher und wohl fühlen. Dennoch kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, wenn wir aufhören das „Monster“ unter dem Bett zu ignorieren oder durch unpassende Strategien zu kontrollieren, wachsen wir unglaublich in uns selbst hinein.

Wir finden die „ursprüngliche Geschichte“ die das Rascheln im Wald verursacht und Ängste und Stress nehmen dramatisch ab.

Teal Swan schreibt dazu in ihrem Buch „Einsamkeit heilen“:

„Sind wir überzeugt, alles, was kommt, bewältigen zu können, dann jagt uns unser Alltag, dann jagen uns unsere Beziehungen nicht länger Angst ein. Dann kann die Angst uns keine Grenzen setzten oder uns daran hindern, das Leben zu genießen.“

Wenn die Entspannung, nicht oder ungenügend erfolgt.

Ist eine bedrohliche Situation vorbei, können wir uns wieder entspannen. Die Muskeln lockern sich, der Blutdruck sinkt und das Verhältnis von gespannter Aufmerksamkeit und Gelassenheit passt sich einer friedlichen Umgebung an. Ein tiefer Atemzug im Anschluss an dieses Ereignis, zeigt: Jetzt ist wieder genügend Raum für mich, ich kann durchatmen und so meinem Alltag nachgehen.

Sind wir längerfristig in einem ungemütlichen Umfeld oder fordert das Leben uns auf verschiedenste Weise ständig heraus, kann dieses Durchatmen nicht mehr richtig erfolgen. Auch traumatische Erfahrungen, die schon lange zurückliegen, können sich durch eine flache Atmung, die nur im oberen Brustraum stattfindet, zeigen.

Diese Art zu atmen kann eine Gewohnheit sein, die wir manchmal nicht wirklich wahrnehmen. Dabei können wir unserem System sehr helfen, wenn wir jeden Tag immer wieder tief durchatmen. Die folgende Übung ist eine einfache und sehr wirkungsvolle Methode deinen Körper und dein Nervensystem neu zu stimmen.

Atemübung

Setze dich aufrecht und locker auf einen Stuhl, am besten sitzt du eher an der Stuhlkante und hast den Rücken frei. Die Füße in Hüftbreite auf dem Boden, so dass du stabil sitzt.

Lege eine Hand auf den Bauch kurz oberhalb deines Nabels. Die andere Hand kannst du leicht auf deinen Oberschenkel ruhen lassen. 

 

Lege deine Zungenspitze locker an den Gaumen.

Atme nun durch die Nase so weit ein, bis sich deine Hand, die auf dem Bauch liegt, leicht anhebt.

Halte die Luft für drei – sieben Takte an.
(einfach zählen 1; 2; 3; …)

Hier spielt es keine Rolle, ob du zu Beginn drei oder sieben Takte hältst, du wirst mit jedem Mal üben feststellen, dass dies nach kurzer Zeit kein Thema mehr ist.

Das Ziel sind die sieben Takte. Wichtig sind dein Wohlgefühl und das Spüren der warmen Hand, die sich leicht hebt.

Atme über den Mund vier bis sieben Takte aus und fühle, wie dein Bauch sanft nach innen sinkt und deine Hand ihre wohltuende Wärme verbreitet.

Beginne von vorne und starte mit drei Atemzügen auf diese Weise.

Es gibt eine Vielzahl von Atemübungen und diese Form mag ich besonders gerne, weil fast alle Menschen spüren, dass sie mit ihren Händen, Wohlgefühl und Wärme ins Leben holen können. Das Nervengeflecht am Solarplexus und im gesamten Bauchraum, nimmt diese Zuwendung dankbar an. Manchmal fühlt es sich an als wäre in unserer Mitte ein Schwamm, der diese Aufmerksamkeit und die Energie der eigenen Hände voller Durst aufsaugt.

Diese Übung kannst du jederzeit und an fast jedem Ort machen. So hast du eine effektive Notfallhilfe immer dabei. Du musst dich nur daran erinnern und regelmäßig üben, denn dann kann dein Körper sehr schnell und routiniert auf deinen Impuls einsteigen.

Buchtipp

Das Buch von Teal Swan: „Einsamkeit heilen“ findest du auf Amazon oder in deiner Buchhandlung vor Ort. 

Fazit

Wenn wir auf eine akut gefahrvolle Situation mit Stress und den dazu gehörenden Reflexen reagieren, ist das in erster Linie eine gesunde und gute Reaktion. Sind allerdings längst vergangene Ereignisse und Verletzungen oder langanhaltende Belastungen für Anspannung, Gefühle von Angst und Sorge verantwortlich ist es wichtig, dass wir uns darum kümmern.

Nicht nur unsere seelische Gesundheit profitiert von so einem Schritt auch das Immunsystem kann besser und kraftvoller für uns arbeiten.

Sind diese ursprüngliche Auslöser identifiziert, löst sich das komplette „Konstrukt“ häufig auf. Es fällt in sich zusammen und das Aufdröseln der kompletten Geschichte und der für viele Menschen damit verbundene Stress wird überflüssig. Wir finden ein Feld, das frei ist von alten Geschichten und neu bestellt werden kann.

Aus persönlicher Erfahrung und aus meiner Praxisarbeit weiß ich, wie viel Mut wir manchmal benötigen, um auf diese Weise für uns zu sorgen. Aber ich kenne auch die Tränen der Erleichterung, wenn sich Leichtigkeit und der freie Fluss der Lebensenergie wieder einstellt.

Es ist einfacher als du glaubst, und tiefgreifender als du denkst!

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